Ein Haus für Albert Einstein
Als einer der bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts revolutionierte Albert Einstein vor über 100 Jahren auch unser Verständnis von Raum und Zeit. Seine Theorien sind bis heute unverzichtbar für zahlreiche Bereiche der Wissenschaft und Technik. Auch seine Geburtsstadt Ulm steht für herausragende Leistungen in Forschung und Entwicklung. Mit Institutionen wie der Hochschule, der Universität, verschiedenen Forschungszentren und den BetonTagen verfügt die Stadt über ein beeindruckendes wissenschaftliches, technisches und wirtschaftliches Potenzial.
Dennoch fehlt Ulm eine Einrichtung von internationalem Renommee, die Einsteins bahnbrechende Erkenntnisse sichtbar macht und ihre Bedeutung für die Gesellschaft vermittelt. Genau hier setzt der Albert Einstein Discovery Center Ulm e.V. an: Der Verein verfolgt das ehrgeizige Ziel, ein Albert Einstein Discovery Center im Zentrum Ulms zu errichten.
Am Abend des 24. November 2024 war es dann soweit: Der renommierte Architekt Daniel Libeskind präsentierte der Öffentlichkeit seinen lang erwarteten Vorentwurf für das Albert Einstein Discovery Center in Ulm. Mit seiner markanten Silhouette, die Einsteins physikalische Theorien in geschwungenen Linien widerspiegelt, und seinen beeindruckenden Dimensionen, die den verfügbaren Raum optimal nutzen, zieht das Gebäude unweigerlich alle Blicke auf sich.
Das Einstein Discovery Center soll an der Stelle errichtet werden, an der derzeit noch das Glasgebäude der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm steht. Geplant ist ein Bauwerk mit einer Grundfläche von 2.500 m², fünf Stockwerken und einer Höhe von bis zu 50 m. Im Untergeschoss sollen Technikräume sowie eine Tiefgarage untergebracht werden. Das Gebäude wird aus Holz gefertigt, während die Wandelemente aus CO2-absorbierender Keramik bestehen sollen, in die auch Fensterglas integriert werden kann. Das Dach wird mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, und es wird zudem die Nutzung von Geothermie in Betracht gezogen. Wie Architekt Daniel Libeskind betont, liegt der Fokus auf einer möglichst nachhaltigen Bauweise. Ausgerechnet ein Gebäude aus Holz in der Stadt der BetonTage, das geht gar nicht, würde man vielleicht denken!
Zur Erfüllung von Nachhaltigkeitsanforderungen stehen der Betonbranche wirksame Instrumente zur Verfügung, die wir nur aus der Schublade ziehen müssen! Dauerhaftigkeit und Langlebigkeit unserer Bauweise sind Pluspunkte, die es stärker als bisher in den Vordergrund zu rücken gilt. Adaptivität und Flexibilität der Tragstruktur als Planungsziel tragen Sorge dafür, Betontragwerke über Generationen perfekt zu nutzen. Für Tragwerksplaner und Bauunternehmen ist es kein Hexenwerk, klinkereffiziente Zemente auszusuchen, Festigkeitsklassen mit Bedacht zu wählen und den Verbrauch an Beton- und Stahlmengen zu reduzieren, ohne dass Robustheit und Dauerhaftigkeit leiden.
Wir sollten die „Holzbaueuphorie“ als Herausforderung und Ansporn nehmen, im Betonbau noch nachhaltiger zu werden, frei nach Einstein: „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“
In diesem Sinne viel Spaß mit der nachhaltigen Wissensmehrung bei den 69. BetonTagen!
Michael Haist und Udo Wiens