Erweiterung der Bemessungsregeln für R-Beton für ein ressourcenschonendes Bauen der Zukunft
Angesichts des hohen CO2-Ausstoßes und knapper werdender natürlicher Ressourcen werden stetig neue Betonzusammensetzungen erprobt, um die gestiegenen Anforderungen an das ressourcen- und klimaschonende Bauen zu erfüllen. Die Verwendung rezyklierter Gesteinskörnung aus aufbereitetem Abbruchmaterial im sogenannten R-Beton ist eine effektive Maßnahme zum Ressourcenschutz (Abb. 1). In Deutschland gilt für die Verwendung grober rezyklierter Gesteinskörnung vom Typ 1 (≥ 90 Vol.‑% Betonabbruch) und Typ 2 (≥ 70 Vol.‑% Betonabbruch) für Konstruktionsbeton bis C30/37 die Richtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb). Mit der bauaufsichtlichen Einführung der DIN 1045‑2:2023 werden diese Regelungen erweitert. In der Norm wird in Abhängigkeit von der Substitutionsrate αRA zwischen den Betonklassen BK‑N, BK‑E und BK‑S für normale, erhöhte und speziell festzulegende Anforderungen differenziert.
In einem aktuellen Forschungsvorhaben werden am Institut für Massivbau (IMB) der RWTH Aachen University gemeinsam mit dem Fachgebiet Werkstoffe im Bauwesen der RPTU Kaiserslautern-Landau bemessungs- und betontechnologische Untersuchungen durchgeführt, um die Anwendungsgrenzen von R‑Beton in der BK‑E zu erweitern. Ziel ist vor allem die Erweiterung des zulässigen Festigkeitsbereichs bis C50/60 und die Verwendung von Brechsand Typ 2. Gleichzeitig werden klinkereffiziente Zemente verwendet, um neben dem Aspekt der Ressourcenschonung auch den CO2-Fußabdruck zu verringern. Am IMB wird schwerpunktmäßig das Verbund- und Querkrafttragverhalten untersucht. Durch systematische experimentelle Untersuchungen sowie die Erstellung und Auswertung von Datenbanken zum Verbund- und Querkrafttragverhalten von R‑Beton-Bauteilen sollen die bestehenden Bemessungsregeln, auch in Hinblick auf die neue Generation des Eurocode 2, überprüft und verfeinert werden.