Nachhaltigkeit neu denken und die fib: BetonTage 2025
In den letzten zehn Jahren wurden zahlreiche Anstrengungen unternommen, um die Nachhaltigkeit im Bauwesen weltweit zu fördern. Die Branche hat aufgrund des Ressourcenverbrauchs bei der Herstellung von Baustoffen, des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen eine der größten Auswirkungen auf die Umwelt.
Insbesondere in den vergangenen zehn Jahren hat die Bauindustrie nach nachhaltigeren Alternativen gesucht. Dazu gehören die Einführung neuer Materialien, produktivere Bausysteme, ambitioniertere Projekte und neue, im Zuge der Digitalisierung eingeführte Tools.
Dies gilt auch für den konstruktiven Betonbau, zumal Beton der weltweit meistverwendete Baustoff ist.
Wir befinden uns in einer Phase des Wandels, in der neue Technologien über den gesamten Lebenszyklus von Neu- oder Bestandsbauten untersucht, bewertet und letztlich am Markt eingeführt werden. Nachhaltigkeit ist als Thema auf vielen Branchenveranstaltungen präsent, verbunden mit dem beständigen Streben nach CO2-Neutralität und den für das Jahr 2050 festgelegten Reduktionszielen.
Von Universitäten, Forschungszentren, der Baustoffindustrie, dem Privatsektor, Behörden, sektoralen Einrichtungen und technisch-wissenschaftlichen Organisationen wurden zahlreiche Initiativen lanciert. Dabei wurde ein großer Bestand an Informationen produziert, von Dekarbonisierungsplänen bis hin zu sektorspezifischen Umweltproduktdeklarationen, Newslettern und vielem mehr. Aus diesem Grund halte ich das vorgeschlagene Thema für die diesjährigen BetonTage für sehr relevant.
Neu zu denken ist ein grundlegender und vielleicht entscheidender Aspekt, um unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dieser Prozess kann das Hinterfragen von Annahmen, das Berücksichtigen neuer Informationen oder Perspektiven, das Nachdenken und die Offenheit für neue Denkansätze oder die Integration unseres Handelns beinhalten.
Jetzt ist offenbar die Zeit gekommen, um das bisher Erreichte zu bewerten und in die richtige Perspektive zu rücken, um einen Konsens für eine ganzheitlichere Vision von Nachhaltigkeit zu schaffen, die ihre drei Säulen tatsächlich integriert. Manchmal mag es einfacher und vielleicht auch greifbarer erscheinen, sich auf Umweltfragen zu konzentrieren. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, auch die soziale und wirtschaftliche Dimension zu berücksichtigen, ohne die die Entwicklung der besten Lösungen bedeutungslos wäre.
Aus Sicht der fib wurden parallel zur Erstellung des Model Code (2020) viele Anstrengungen unternommen, um Nachhaltigkeit konzeptionell ganzheitlich zu betrachten. Hervorheben möchte ich die fib-Erklärung zur Nachhaltigkeit, die Sonderarbeitsgruppe zur Nachhaltigkeit und die kürzlich veröffentlichte Roadmap. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, die Betonbranche mit qualifizierten Informationen zu versorgen, um die Entscheidungsfindung zu verbessern und das Wohlergehen der Gesellschaft zu fördern.
Yours/Ihre
Íria Lícia Oliva Doniak