Planen und Bauen im Zeitalter des Klimawandels

Sich häufende Extremwetterereignisse ebenso wie ein globales Artensterben und ein massiver Ressourcenschwund erfordern zwingend eine Transformation des Bauwesens hin zu mehr Nachhaltigkeit. Dennoch agiert das Bauwesen in Deutschland ungeachtet der Überschreitung der 1,5°C Marke im Jahr 2024 unter dem Strich weiter wie bisher. Die Quantität der Baumaßnahmen hat zwar aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abgenommen - grundsätzlich ein wichtiger Schritt hin zur Reduktion unseres Verbrauchs von Ressourcen und Emissionen. Allerdings wissen wir: Nicht zu bauen ist auch keine Lösung, denn der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist unvermindert groß.

Die Anforderungen, die sich allen am Bauwesen Beteiligten stellen, sind klar. Man kann sie in drei Keypoints zusammenfassen:

1. Emissions first: Egal ob bei Sanierungen oder Neubauten - die Emissionen eines Gebäudes müssen über den gesamten Lebenszyklus hinweg betrachtet und mit realistischen CO2-Preisen hinterlegt werden; auch und insbesondere die bei der Errichtung entstehenden grauen Emissionen müssen viel stärker in den Fokus genommen werden als dies bislang der Fall ist. Natürlich ist dies mit neuen Herausforderungen verbunden. Aber: Innovative Technologien und Materialien können uns schon heute dabei helfen, mit weniger Emissionen mehr gebaute Heimat zu schaffen, ohne dass wir die planetaren Grenzen verletzen. Ein Beispiel von vielen: der Gradientenbeton.

2. Bewusstsein für Mikroklima: Die überwiegende Mehrheit der Menschen Europas lebt in urbanen Räumen. Diese Räume müssen verantwortungsvoll gestaltet werden, um den Komfort und die Qualität im Außenraum für alle zu erhöhen. Maßnahmen wie die Installation von Trittsteinbiotopen sowie die Maximierung von Versickerungsflächen und intensiver Begrünung sind nur eine kleine Auswahl der Aspekte, die für eine nachhaltig gebaute Umwelt stehen, die der Natur und den Menschen gleichermaßen zugutekommt.

3. Bewusstseinsschaffung beim Materialverbrauch: Nicht nachwachsende Rohstoffe sind ein wertvolles Gut, mit dem wir sparsam und im Rahmen der planetaren Grenzen umgehen müssen. Viele Strukturen sind für ihre eigentlichen Aufgaben überdimensioniert, verbrauchen also zu viel Material. Unnötiger Abbruch von Bestandsstrukturen ist ein weiterer Faktor, der dafür sorgt, dass das global verfügbare CO2-Budget sinkt - ohne einen merklichen Zuwachs an nutzbarer Fläche. Das bedeutet: Bauteiloptimierungen, Recycling, Multifunktionalität und Bestandstransformationen sind wichtige Methoden zur Ressourcenreduktion, die künftig viel stärker in den Fokus rücken müssen.

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