Einsatz wiedergewonnener und rezyklierter Gesteinskörnung in Betonfertigteilen – Neues FDB-Merkblatt

Die wirksame Schonung natürlicher Ressourcen ist eines der großen gesellschaftspolitischen Ziele unserer Zeit. Dazu gehört, den Materialbedarf im Bauwesen möglichst ressourcenschonend und umweltschonend zu decken.

Welche Verwertungsmöglichkeiten es für wiedergewonnene und rezyklierte Gesteinskörnung (RC-GK) gibt, hängt von ihrer stofflichen Zusammensetzung und ihren bautechnischen und umweltrelevanten Eigenschaften ab. Betonbruch hat sich sowohl als ungebundene Schüttung im Straßenbau als auch als grobe Gesteinskörnung in Beton bewährt. In beiden Anwendungsfällen werden Primärrohstoffe ersetzt. Im Sinne einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft und eines echten Recyclings ist es jedoch erstrebenswert, Betonbruch wieder in seiner ursprünglichen Anwendung, d. h. in Beton, einzusetzen.

Die Anforderungen an Gesteinskörnungen für die Betonherstellung sind in DIN EN 12620 festgelegt. Dabei werden die verwendbaren RC-GK nach DIN 4226-101 unterschieden in:

Typ 1: Betonsplitt (mindestens 90 % Betonbruch),

Typ 2: Bauwerksplitt (Betonbruch mit maximal 30 % Mauerwerksanteil).

Andere Zusammensetzungen (Typ 3 und Typ 4) dürfen nur mit einem gesonderten Verwendbarkeitsnachweis, z. B. einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, eingesetzt werden.

Um die mit dem Einsatz von RC-GK verbundene Zielsetzung „Ressourcenschonung“ ganzheitlich zu erreichen, sind mehrere Aspekte zu berücksichtigen:

Der Einsatz ist bereits vorab zu planen und mit dem Betonwerk abzustimmen.

Das RC-Material muss kontinuierlich in der erforderlichen Qualität verfügbar sein.

Das RC-Material muss unbedenklich bezüglich Schad- und Fremdstoffgehalt sowie Auslaugung sein.

Die Transportentfernungen zwischen Entstehungsort, Recyclingunternehmen und Betonwerk sollten möglichst gering sein.

Das im Januar 2025 veröffentlichte neue FDB-Merkblatt Nr. 15 zur Verwendung von wiedergewonnener und rezyklierter Gesteinskörnung in Betonfertigteilen geht auf diese Aspekte ein, fasst die geltenden Vorschriften zusammen, nennt Anwendungsbeispiele und Planungsansätze für ressourcenschonende Betonbauteile.

Durch den geringen, aber konsequenten Einsatz von RC-GK in Betonfertigteilwerken können erhebliche Mengen an natürlicher Gesteinskörnung eingespart werden.

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